
Der September war in der Vergangenheit im Mittel der schwächste Börsenmonat. Trotzdem erwarten die meisten Befragten steigende Kurse. Alle sechs Antworten für steigende Kurse wählten jedoch den Bereich “etwas höher”. Niemand der Befragten erwartet “deutlich steigende Kurse” in den nächsten drei Monaten. Daher ist auch der Mittelwert der Markterwartung >> nur leicht gestiegen.
Der DAX entwickelte sich in der letzten Woche positiv und stieg am Freitag auf 6135 Punkte. Trotzdem befindet sich der deutsche Markt weiterhin in einer leicht aufwärts geneigten Seitwärtsbewegung. Die Volatilität des Marktes ist gering.
Skrzypek on September 6th 2010 in Marktkommentar, Wochenkommentar

Trotz leicht nachgebender Kurse in der letzten Woche am deutschen Aktienmarkt sehen die Hälfte der Umfrageteilnehmer steigende Kurse in der Zukunft.
Über die Zeit betrachtet ist die Stimmung leicht gefallen. Sie verschlechterte sich von 10 Punkte auf einen Wert von 6,25 Punkte.
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Ein Schritt vor und zwei zurück. So kann der Verlauf in der letzten Woche am deutschen Aktienmarkt beschrieben werden.

Trotzdem sieht die Mehrheit der Umfrageteilnehmer steigende Kurse. Sechs von 10 Teilnehmern sehen steigende Kurse, vier Teilnehmer sehen fallende Kurse.
Insgesamt steht der Indikator bei 10 Punkten. Damit ist der Indikator etwas nach oben gestiegen.
Eine Richtungsentscheidung ist aus den Daten momentan leider nicht abzulesen. Der Markt tendiert weiterhin seitwärts mit einer leicht steigenden Tendenz.
Grafik links: Antwortverteilung der aktuellen Wochen (KW 33); rechte Grafik:Â Chartausschnitt des Zeitverlaufs.
Machen Sie bei der Umfrage mit >>
Pessimisten und Optimisten sind momentan im gleichem Verhältnis vorhanden. Der Markt bewegt sich daher seit Wochen seitwärts.
Der Grund: Die Signale sind zurzeit widersprüchlich. Das statistische Bundesamt meldet einen Rekordzuwachs des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen 2. Quartal 2010. Auf der anderen Seite: “Der düstere Ausblick der US-Notenbank gestern hat die Investoren massiv verunsichert” schrieb das Handelsblatt vergangenen Mittwoch, “Aufregung an der Wall Street (bei Handelsblatt.com am 11.08.2010 veröffentlicht)“.
Abbildung:
Marktstimmung zum dt. Aktienmarkt

Die Umfrageteilnehmer bestätigen diese Annahme. Je drei sehen einen steigenden Aktienmarkt in Deutschland und drei einen fallenden Markt. Optimisten und Pessimisten sind also gleich verteilt.
Die aktuelle Marktbewegung ist eine Orientierungsphase. Die Anleger suchen nach eindeutigen Signalen.
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Eine Orientierung besteht immer aus zwei Komponenten.
- die gedankliche Erzeugung einer Vorstelllug von der aktuellen Marktlage, der eigene innere Bildschirm der Marktes
- das eigentliche Verhalten, welches neue Informationen für die Konkretisierung des inneren Bildschirms liefert.
Man hat also eine Vorstellung davon wohin sich der Markt entwickeln könnte. Daraufhin tätig man eine Order, bei welcher man ausgestoppt wird. Daraufhin ändert man sein inneres Bild vom Markt. Solche Prozesse sind momentan häufig.
In der letzten Woche vermeldeten weitere deutsche Großunternehmen positive Halbjahresergebnisse.

Daher sind die neuen Höchststände des deutschen Aktienmarkts am Donnerstag nicht verwunderlich. Doch konnte der deutsche Aktienmarkt den Widerstand um 6300 Punkten (Höchstkurse bei 6333 auf Schlusskursbasis) nicht eindeutig überwinden.
Dieser Bereich stellt ein Hindernis dar. Ein Hindernis setzt Ziel voraus. Nur wenn die meisten Marktteilnehmer das Ziel “höherer Kurs” wirklich erreichen wollen, kann dieses Hindernis überwunden werden.
Die Umfrageteilnehmer auf dieser Seite sind weiterhin in zwei Lager geteilt. Vier Teilnehmer sehen höhere Kurse, vier glauben an fallende Kurse. Niemand sieht allerdings deutlich fallende Kurse in den nächsten Monaten.
Die Zahl der der Umfrageteilnehmer, die den deutschen Markt schwächer sehen, sind etwas mehr geworden. Der Indikator ist von +12,5 auf +3,13 gefallen >> . Das Verhältnis von Optimisten und Pessimisten ist aber weiterhin ausgeglichen.

Genau dieses Bild spiegelte auch der deutsche Aktienmarkt in der vergangenen Woche wider. Der deutsche Aktienmarkt bewegte sich in der vergangenen Woche wenig, was sich an der sehr geringen Volatilität ablesen lässt. Und dies trotz der aktuellen Berichtssaison und überwiegend positiven Unternehmensergebnissen. Auch die Umsätze waren in der vergangenen Woche nicht besonders hoch.
Da frage ich mich, warum immer behauptet wird, dass geringe Umsätze zu Kurssprüngen führen.
In der vorhergehenden Woche gingen die Umfrageteilnehmer überwiegend noch von gleich bleibenden Kursen aus. Mit dem Anstieg des deutschen Aktienindex in der letzten Woche um 2% blieb die die durchschnittliche Einschätzung mit + 12,5 >> zwar im leicht positiven Bereich.
Jedoch spalteten sich die Lager. 30% aller Umfrageteilnehmer sehen die deutschen Aktienmarkt tiefer, 60% erwarten steigende Kurse in den nächsten drei Monaten. Nur 10% prognostizieren gleich bleibende Kurse.
Abbildung:aktuelle Erwartung fallende oder
steigende Aktienkurse in 3 Monaten
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Möglicherweise hat zur Spaltung der Umfrageteilnehmer auch der Anstieg des Ifo-Geschäftsklima-Index auf 106,8 Indexwerte beigetragen. Diese hohen Werte erreichte der Ifo-Geschäftsklima-Index seit 1992 nur in den Jahren 2006 und 2007. Einerseits beflügeln hohe Geschäftserwartungen die Konjunktur. Wer positive Geschäfte erwartet, investiert auch. Andererseits hat die Vergangenheit schon einmal gezeigt, dass sehr hohe Erwartungen im Ifo-Geschäftsklima-Index, mittel- bis langfristig fallende Aktienkurse nach sich ziehen.