Sentiment-Indikatoren messen häufig den Optimismus und Pessimismus vieler Marktteilnehmer. Es können aber auch Erwartungen, die aktuelle Markteinschätzung oder das Ausmaß an Selbstvertrauen erfasst werden. Weiterhin sind andere psychologische Merkmale denkbar.
Interpretiert wird ein Sentimentidikator häufig konträr. Ist die Stimmung gut, sollte man daran denken zu verkaufen. Ist sie negativ, sollte man kaufen. Diese Erkentnis ist nicht wirklich neu, doch Sentimentidikatoren machen diese Stimmung sichtbar. Das ist einer der Vorteil gegenüber einer persönlichen Einschätzung des Marktes.
Skrzypek on August 9th 2009 in Emotionen, Marktstimmung, Sentiment
Man kann die Börse gut beschreiben, indem man die Gefühle von Börsianer benennt. An der Börse gibt es Hoffnungen und Ängste, Gier schmerzhaften Verluste und viele andere Gefühle.
Wir kommen allerdings in große Schwierigkeiten wenn wir die Gefühle der Menschen an der Börse beschreiben sollen. Denn an der Börse kann alles gelten. Mitunter sind Anleger hoffnungsfroh, andermal sind sie ängstlich. Manchmal sind sie verzweifelt durch endlos fallenden Kurse. Die Börse kann zu großen Investitionen anstacheln oder auch zum Verschließen der Augen vor Verlusten.
Der Versuch, die Börse einfach nur durch Gefühle zu beschreiben ist von vorn herein falsch angelegt, denn das setzt voraus, dass die Börse ein Zustand ist. Besser ist es, die Börse als einen Prozess zu betrachten. In einer Marktphase spielt dieses Gefühl die Hauptrolle, es folgt ein anderes, später ein drittes Gefühl usw. .
Eine Bodenbildung ist mit der Angst vor weiter fallenden Kurse verbunden. Beginnt die Börse zu steigen, beobachtet man die Börse pessimistisch. Das Durchbrechen einer wichtigen Marke von unten nach oben ist mit der Hoffnung verbunden, dass die Kurse weiter steigen werden.
Herauszufinden welches Gefühl gerade die Hauptrolle spielt ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Börsenengagements.
„Wenn ich ehrlich bin, dann kann ich nicht genau sagen, warum ich diese Aktie gekauft habe. Plötzlich war dieser Impuls in mir. Ich habe ihm einfach nachgegeben und gekauft.“
„Aber eigentlich wollte ich noch abwarten und den Markt beobachten“, so ein Kleinanleger mit dem ich gestern sprach. Doch gestern Abend hatte ich ein wenig Zeit. Die Arbeit war erledigt, meine Frau bereitete das Abendessen vor und ich saß noch im Büro.“, erzählt er weiter. „Ich beobachte den Markt aufmerksam“, sagt er. „Der Trend geht abwärts, vielleicht haben wir aber auch schon den Boden gefunden. Ich bin mir nicht sicher“, beschreibt er seine Markteinschätzung.

Er erzählt weiter: „Auf meiner Watchlist steht Nintendo. Mit einer guten Dividendenrendite und einem KGV von ca. 12 ist Nintendo im Vergleich zu anderen Unternehmen eigentlich zu hoch bewertet. Hinzu kommt ein hoher Verschuldungsgrad. Andererseits glaube ich an den Erfolg von Wii. Mein Fazit lautete abwarten und beobachten.“ So beschreibt der Kleinanleger seine Analyse.
Und trotzdem hat er gestern Nintendo gekauft. In einem fallenden Markt ist Nintendo gestiegen. In diesem Moment kam aus seinem Inneren dieser Impuls. Er setzt nun auf steigende Kurse, obwohl es keine neunen Informationen gab. So wie diesem Kleinanleger geht es vielen. Man kauft häufig aus einem Impuls heraus, der dem entgegen steht, was man ursprünglich entschieden hatte. (in diesem Fall: beobachten). Ein Widerspruch!
Ist es Ihnen auch schon so ergangen? Wenn ja, dann haben Sie bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Sie haben erkannt, dass sie unüberlegt gehandelt haben. Die Erfahrung zeigt aber, dass nur überlegtes Handeln zum Erfolg führt.
Skrzypek on November 19th 2008 in Emotionen, Entscheidung, Psychologie
Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich beim Autofahren oder in der Straßenbahn schon mal ärgern? Regen Sie sich über andere auf? Kennen Sie das Gefühl, dass sich Wut in Ihnen aufstaut? Wenn Sie diese Fragen mit ja beantworten, dann ist das schlecht für Ihre Börsenengagements. Bringen Sie Ihren privaten Ärger nicht mit an die Börse. Das ist eine teure Form des Coachings.
Ärger und Verdruss behindern objektives und erfolgreiches Handeln an der Börse. Genauer gesagt führt Ärger zu übereilten Handlungen, die eigentlich nicht gewollt sind. An der Börse kann das viel Geld kosten.

Wenn Sie Ihren Ärger aus dem Alltag mit an die Börse bringen, können Sie nicht erfolgreich sein. Ärger und Aggressionen führen zum Tunnelblick. Am liebsten möchte man eine Handlung dann möglichst schnell zu Ende bringen. Sie finden aber nicht das richtige Ventil, um Ihren Ärger abzubauen. Dann werden Sie dazu neigen, an der Börse übereilt zu handeln.
Das nennt man Realisierungszwang. Sie kaufen ein Wertpapier, das eigentlich noch auf Ihrer Watchliste stehen bleiben sollte. Oder Sie trennen sich von einem Wert, weil Sie ein ungutes Gefühl haben. Solch eine Handlung löst vielleicht Ihren Ärger auf, hat aber mit einer objektiven Entscheidung für oder gegen ein Wertpapier wenig zu tun.
Experten raten, mit Aggressionen konstruktiv umzugehen und sie nicht aufzustauen. Umgeben Sie sich mit Menschen, die nicht zu Aggressionen neigen. Sport ist nachgewiesenermaßen eine gute Möglichkeit um Aggressionen abzubauen, machen Sie Yoga oder gehen Sie Ihren Aggressionen auf den Grund. So erhöhen Sie Ihre Gewinnchancen an der Börse.