Erwartungen und Prognosen
Erwartungen und Prognosen werden umgangssprachlich manchmal mit der gleichen Bedeutung verwendet. Psychologisch betrachtet sind es zwei unterschiedliche Prozesse.
Ohne Erwartungen würden wir überhaupt keine Motivation haben, irgendetwas zu tun. Wenn wir nach der Tasse Kaffee auf dem Tisch greifen, erwarten wir, dass wir die Tasse mit der Hand treffen. Wenn wir mit dem Auto an einer roten Ampel stehen, erwarten wir, dass demnächst wieder grün kommt. Und wenn wir eine Aktie kaufen, erwarten wir, dass die Aktie steigt. Aber ist es so einfach?
Zunächst nehmen wir eine aktuelle Situation wahr. Dies ist bspw. eine aufwärts gerichtete Linie in irgendeiner Grafik. Anschließend wird diese Grafik mit Informationen aus dem Gedächtnis und der Umwelt ergänzt: Eine aufsteigende Linie kann als ansteigender Trend interpretiert werden und auf der Grafik steht der Begriff DAX.
Dieses Bild wird anschließend in die Zukunft fortgeschrieben. Man erwartet, dass der DAX in Zukunft steigt. Es hat sich eine Erwartung gebildet. Dieser Prozess läuft unbewusst ab.
Aus der Erwartung wird anschließend eine Prognose abgeleitet. Dies kann ein unbewusster Vorgang sein, indem Prognosen aus dem Bauch heraus abgegeben werden. Prognosen sind in solch einem Fall das Gleiche wie Erwartungen. Ein Jeder kann aber auch entscheiden, diese spontane Erwartung zu überprüfen und die Sache mal genauer betrachten und eine Analyse durchführen. Dies ist wohl der bessere Weg.
Positive Ereignisse, die erwartet werden, sind mit angenehmen Emotionen, Gefühlen und Freude verbunden. Dies macht es so schwer an der Börse einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht einfach eine Erwartung zur Prognose zu machen.
Skrzypek on Juli 25th 2011 in Begriffe, Emotionen, Psychologie







