Archive for November, 2008

Kaufimpuls

„Wenn ich ehrlich bin, dann kann ich nicht genau sagen, warum ich diese Aktie gekauft habe. Plötzlich war dieser Impuls in mir. Ich habe ihm einfach nachgegeben und gekauft.“

„Aber eigentlich wollte ich noch abwarten und den Markt beobachten“, so ein Kleinanleger mit dem ich gestern sprach. Doch gestern Abend hatte ich ein wenig Zeit. Die Arbeit war erledigt, meine Frau bereitete das Abendessen vor und ich saß noch im Büro.“, erzählt er weiter. „Ich beobachte den Markt aufmerksam“, sagt er. „Der Trend geht abwärts, vielleicht haben wir aber auch schon den Boden gefunden. Ich bin mir nicht sicher“, beschreibt er seine Markteinschätzung.

Impuls und Verstand

Er erzählt weiter: „Auf meiner Watchlist steht Nintendo. Mit einer guten Dividendenrendite und einem KGV von ca. 12 ist Nintendo im Vergleich zu anderen Unternehmen eigentlich zu hoch bewertet. Hinzu kommt ein hoher Verschuldungsgrad. Andererseits glaube ich an den Erfolg von Wii. Mein Fazit lautete abwarten und beobachten.“ So beschreibt der Kleinanleger seine Analyse.

Und trotzdem hat er gestern Nintendo gekauft. In einem fallenden Markt ist Nintendo gestiegen. In diesem Moment kam aus seinem Inneren dieser Impuls. Er setzt nun auf steigende Kurse, obwohl es keine neunen Informationen gab. So wie diesem Kleinanleger geht es vielen. Man kauft häufig aus einem Impuls heraus, der dem entgegen steht, was man ursprünglich entschieden hatte. (in diesem Fall: beobachten). Ein Widerspruch!

Ist es Ihnen auch schon so ergangen? Wenn ja, dann haben Sie bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Sie haben erkannt, dass sie unüberlegt gehandelt haben. Die Erfahrung zeigt aber, dass nur überlegtes Handeln zum Erfolg führt.

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Skrzypek on November 19th 2008 in Emotionen, Entscheidung, Psychologie

Kurseinbrüche in Prozent und Dauer

Wie es scheint, gibt es einen linearen Zusammenhang zwischen der Höhe der Verluste und der Dauer einer Abwärtsbewegung. Mit anderen Worten. Je höher die Verluste ausfallen, desto länger dauert eine Baisse.

Psychologisch interessant sind die Möglichkeiten einen Crash auf verschiedene Weise zu betrachten. Fragen Sie nicht nur danach, wie tief es noch abwärts gehen wird, sondern auch danach wie lange die aktuelle Bewegung noch andauern wird. Nicht nur für Trader ist diese Art der Sichtweise einen Gedanken wert.

Betrachten Sie doch einmal diese Grafik. Zusammengefasst sind hier alle großen Abwärtsbewegungen in Deutschland und Amerika. Senkrechte Skala: Höhe der Verluste, waagerechte Skala: Zeitraum der Abwärtsbewegung. ”Dax 1998″ bedeutet beispielsweise, dass im Jahr 1998 der Dax um ca. 40% zurück ging. Diese Periode hielt etwa acht Wochen an. Für Dax, Dow und TecDax 2008 ist der Tiefpunkt Ende Oktober 2008 maßgebend. 

Crash, Kurseinbrüche in Prozent und Wochen

Bitte! Sehen Sie diese Darstellung nicht als ausgefeilte Analyse. Ich habe die Daten nur augenscheinlich in ein Tabellenkalkulationsprogramm eingegeben. Es gibt keine Garantie auf Vollständigkeit und schon gar keine statistischen Auswertungen.

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Skrzypek on November 3rd 2008 in Börse, aktuelles

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